Behandlungsformen während den Wechseljahren

Phytotherapie – mit der Kraft der Pflanzen durch die Menopause

Phytotherapeutische Medikamente werden meistens aus Extrakten einer Pflanze hergestellt. So beeinflussen Traubensilberkerze und Johanniskraut Wechseljahrbeschwerden wie Hitzewallungen, nächtliche Schweissausbrüche und Stimmungsschwankungen positiv, ohne in die natürliche Hormonregulation einzugreifen.

Folgende Pflanzen können eine wichtige Rolle spielen bei der natürlichen Behandlung von Wechseljahrbeschwerden:

Traubensilberkerze bei Wechseljahrbeschwerden

Traubensilberkerze:
Kann bei Beschwerden wie nächtlichem Schwitzen, Hitzewallungen und Schlafstörungen eingesetzt werden.

Johanniskraut bei Wechseljahrbeschwerden

Johanniskraut:
Kann traditionell gegen Stimmungsschwankungen mit depressiver Komponente, Reizbarkeit und Schlafstörungen eingesetzt werden.

Mönchspfeffer bei Wechseljahrbeschwerden

Mönchspfeffer:
Kann zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms und bei Rhythmusstörungen der Regelblutung eingesetzt werden.

Baldrian bei Wechseljahrbeschwerden

Baldrian:
Kann bei Schlafstörungen, bei Unruhe- und Spannungszuständen, Nervosität und Reizbarkeit eingesetzt werden.

Salbei bei Wechseljahrbeschwerden

Salbei:
Kann bei Schweissausbrüchen und Wallungen während der Wechseljahre eingesetzt werden.

Sibirischer Rhabarber bei Wechseljahrbeschwerden

Sibirischer Rhabarber:
Kann bei Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Schlafstörungen und depressiver Verstimmung eingesetzt werden.

Soja bei Wechseljahrbeschwerden

Soja:
Soja kann aufgrund des Isoflavongehaltes zum Beispiel bei Hitzewallungen eingesetzt werden.

Rotklee bei Wechseljahrbeschwerden

Rotklee: 
Rotklee ist Soja sehr ähnlich, denn es enthält ebenfalls Isoflavone. Kann bei Schlafstörungen oder Hitzewallungen eingesetzt werden.

Die Wirkung von pflanzlichen Präparaten braucht im Vergleich zu Hormontherapie länger, bis sie sich entfalten kann. Für jede Therapie, so auch für die Phytotherapie, müssen Nutzen und Risiko bezüglich der Verträglichkeit abgeklärt werden. Lassen Sie sich von einer Fachperson in der Apotheke oder Drogerie beraten.

Wie wichtig in der Schweiz die Möglichkeit gesehen wird, mit pflanzlichen und traditionellen Methoden zu behandeln, zeigte die Volksabstimmung 2009, in der sich die Schweizer Bevölkerung für die Verankerung der Komplementärmedizin in der Verfassung aussprach.

Hormonersatztherapie – Hormone in den Wechseljahren

Die Hormonersatztherapie gleicht den in den Wechseljahren entstehenden Hormonmangel künstlich aus. Eine Hormontherapie besteht aus Oestrogenen und Gelbkörperhormonen, die je nach Wechseljahrphase abwechselnd, zusammen oder in wechselnder Stärke eingesetzt werden können.

Studien in den letzten Jahren haben neben dem Nutzen der Hormonersatztherapie auch verschiedene Risiken aufgezeigt. Die WHI (Women Health Initiative) Studie, die mehr als 25‘000 Frauen miteinschloss, untersuchte unter anderem den Einfluss der Wirkung einer Hormontherapie während der Menopause auf Brustkrebs, Darmkrebs und andere Krebsarten. Die Studie musste frühzeitig abgebrochen werden, da es zu einem Anstieg der Brustkrebserkrankungsraten, einem Anstieg von Schlaganfällen, Thrombosen, Herzerkrankungen und Lungenembolien kam.

Vor dem Start einer Hormonersatztherapie ist eine umfassende gynäkologische Untersuchung durch eine Frauenärztin/einen Frauenarzt sowie eine detaillierte Beratung notwendig, denn alle Anwendungsformen bringen Vor- und Nachteile mit sich. Je nach persönlicher Krankheitsgeschichte, Beschwerdesymptomatik und Lebensführung sollte individuell für Sie und mit Ihnen die Anwendungsform ausgewählt werden.

Internationale Fachorganisationen empfehlen, die Notwendigkeit der Hormoneinnahme regelmässig zu überprüfen und ab dem 60. Lebensjahr keine Hormontherapie mehr zu beginnen.

Grundsätze der heutigen Hormontherapie in der Menopause sind:

  • Mehr als 10 Jahre nach der Menopause beziehungsweise ab dem 60. Lebensjahr sollte keine Hormontherapie mehr begonnen werden.
  • Hormone werden bei starken Beschwerden, die die Lebensqualität deutlich mindern, eingesetzt und sind keine Lifestyle-Therapie
  • Jede Hormontherapie sollte in der Form, der Dosierung und der Anwendungsdauer individuell ausgewählt werden und in Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken besprochen werden.

Lebensführung während der Menopause

Eine gesunde Lebensweise ist in allen Lebensphasen empfehlenswert und bei Beschwerden wie Schlafstörungen kann es sich lohnen, ungünstige Gewohnheiten (Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, zu viel Alkohol, Nikotin, ungünstige Schlafgewohnheiten) zu korrigieren. Auf die Lebenserwartung und die allgemeine Gesundheit und Fitness wirkt sich eine ausgewogene Lebensweise unbestritten günstig aus.

Empfehlenswert sind regelmässige körperliche Aktivität, Schlafhygiene (z.B. Raumtemperatur etwa 18°C, Dunkelheit, Ruhe), Entspannungstechniken (z.B. Yoga, Meditation) und das Vermeiden von Getränken, die die Blutgefässregulierung beeinflussen, zum Beispiel Kaffee und Alkohol.

Die Hormonumstellungen finden aber auch bei gesunder Lebensweise statt. Wichtig ist, dass jede Frau ihren eigenen Weg zu einem neuen Gleichgewicht finden kann. 

  • Phytotherapie: Die Wirkung von pflanzlichen Präparaten braucht im Vergleich zu Hormontherapie länger, bis sie sich entfalten kann. Für jede Therapie, so auch für die Phytotherapie, müssen Nutzen und Risiko bezüglich der Verträglichkeit abgeklärt werden.
  • Hormonersatztherapie: Studien in den letzten Jahren haben neben dem Nutzen der Hormonersatztherapie auch verschiedene Risiken aufgezeigt. Grundsätze der heutigen Hormontherapie in der Menopause sind:

    • Mehr als 10 Jahre nach der Menopause beziehungsweise ab dem 60. Lebensjahr sollte keine Hormontherapie mehr begonnen werden.
    • Hormone werden bei starken Beschwerden, die die Lebensqualität deutlich mindern, eingesetzt und sind keine Lifestyle-Therapie
    • Jede Hormontherapie sollte in der Form, der Dosierung und der Anwendungsdauer individuell ausgewählt werden und in Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken besprochen werden.